Treptow-Köpenick ist der flächengrößte und zugleich grünste Bezirk Berlins. Mehr als zwei Drittel seines Gebiets bestehen aus Wald, Wiesen und Wasser, und kaum ein anderer Teil der Stadt fühlt sich so wenig nach Großstadt an. Wer aus dem Zentrum kommt, ist mit der S-Bahn in einer guten halben Stunde mitten im Grünen, am Ufer eines Sees, an dem Segelboote kreuzen und an dessen anderem Ende dichter Forst beginnt.
Doch der Südosten ist nicht nur Natur. Auf einer Spreeinsel steht eines der bedeutendsten Renaissanceschlösser der Mark, im Treptower Park erhebt sich das größte sowjetische Kriegsdenkmal außerhalb der ehemaligen Sowjetunion, und in Friedrichshagen reihen sich Gründerzeitfassaden an einer Straße, die ihren Charakter über mehr als ein Jahrhundert bewahrt hat. Diese 13 Orte sind das Beste, was der Bezirk zu bieten hat, sortiert vom Ikonischsten an abwärts.
- 1. Sowjetisches Ehrenmal im Treptower Park
- 2. Schloss Köpenick
- 3. Müggelsee
- 4. Treptower Park
- 5. Müggelturm
- 6. Archenhold-Sternwarte
- 7. Köpenicker Schlossinsel und Altstadt
- 8. Müggelberge
- 9. Insel der Jugend
- 10. Bölschestraße und Spreetunnel in Friedrichshagen
- 11. Regattastrecke Grünau
- 12. Rathaus Köpenick
- 13. Spreepark im Plänterwald
1. Sowjetisches Ehrenmal im Treptower Park
© Toniklemm
Am Ende einer streng symmetrischen Achse, die von zwei steinernen geneigten Fahnen aus rotem Granit gerahmt wird, steht die Figur, die zum Wahrzeichen des ganzen Bezirks geworden ist: ein sowjetischer Soldat, der ein gerettetes Kind auf dem Arm trägt und mit dem Schwert ein zertrümmertes Hakenkreuz zerschlägt. Die Anlage wurde zwischen 1946 und 1949 errichtet und ist das größte sowjetische Ehrenmal außerhalb der ehemaligen Sowjetunion. Hier ruhen die Gebeine tausender Rotarmisten, die in der Schlacht um Berlin fielen.
Die Wucht des Ortes liegt in seinen Dimensionen. Die zentrale Allee mit den Reihengräbern, die sechzehn steinernen Sarkophage mit Reliefs und Zitaten Stalins und der gewaltige Kurgan, der künstliche Grabhügel, auf dem die Bronzefigur thront: Alles ist auf monumentale Wirkung angelegt und wirkt bis heute beklemmend und eindrucksvoll zugleich. Der Bildhauer Jewgeni Wutschetitsch und der Architekt Jakow Belopolski schufen ein Gesamtkunstwerk, das man nicht im Vorbeigehen erfasst.
Das Ehrenmal liegt im südlichen Teil des Treptower Parks, wenige Gehminuten vom S-Bahnhof Treptower Park entfernt. Der Eintritt ist frei, die Anlage frei zugänglich. Am stimmungsvollsten ist ein Besuch am frühen Morgen oder im weichen Licht des späten Nachmittags, wenn die langen Schatten die Reliefs zum Sprechen bringen.
2. Schloss Köpenick
© A.Savin
Auf einer Insel zwischen Dahme und Spree erhebt sich das schönste Bauwerk des Bezirks. Das heutige Schloss entstand ab 1677 nach Plänen des niederländischen Baumeisters Rutger van Langervelt als kurfürstliches Jagd- und Lustschloss für den späteren preußischen König Friedrich I. Der dreigeschossige Putzbau im Stil des holländischen Barock spiegelt sich an stillen Tagen vollständig im umgebenden Wasser, ein Anblick, der weit eher an die Niederlande als an Brandenburg denken lässt.
Im Inneren residiert heute eine Außenstelle des Kunstgewerbemuseums der Staatlichen Museen zu Berlin. Die Räume zeigen Möbel, Silber, Glas und Wandvertäfelungen aus Renaissance, Barock und Rokoko, Höhepunkt ist der prachtvoll stuckierte Wappensaal. Auch die Schlosskapelle aus dem 17. Jahrhundert mit ihrem reichen Deckenstuck gehört zum Rundgang.
Vom S-Bahnhof Köpenick führt die Tram in wenige Minuten zur Altstadt, von dort sind es ein paar Schritte über die Brücke auf die Schlossinsel. Rund um das Schloss lädt der kleine Schlosspark zum Verweilen am Wasser ein, und im Sommer finden im Hof Konzerte statt.
3. Müggelsee
© Brücke-Osteuropa
Mit einer Fläche von rund sieben Quadratkilometern ist der Große Müggelsee der größte See Berlins. Die Spree durchfließt ihn von Ost nach West, an seinen Ufern liegen Friedrichshagen im Norden, Rahnsdorf im Osten und die bewaldeten Müggelberge im Süden. An einem klaren Tag wirkt der See fast wie ein Binnenmeer, und der Blick über das offene Wasser gehört zu den großzügigsten Aussichten, die Berlin überhaupt zu bieten hat.
Der See ist das sommerliche Herz des Bezirks. Vom Strandbad Müggelsee im Süden aus lässt sich baden, rundherum führen Wander- und Radwege durch den Wald, und Segler wie Ruderer nutzen die weite Fläche. Vom Norden aus verkehren Ausflugsschiffe, die den See und die angrenzenden Gewässer befahren, eine der entspanntesten Arten, die Wasserlandschaft kennenzulernen.
Am bequemsten erreichst du den See über den S-Bahnhof Friedrichshagen, von dort sind es zu Fuß durch die Bölschestraße und den kurzen Spreetunnel nur wenige Minuten bis ans Ufer. Im Spätsommer, wenn das Wasser am wärmsten ist und das Licht schon flacher steht, zeigt sich der Müggelsee von seiner schönsten Seite.
4. Treptower Park
© Andreas Steinhoff
Der Treptower Park wurde zwischen 1876 und 1888 nach Plänen des Gartendirektors Gustav Meyer angelegt, eines Schülers von Peter Joseph Lenné. Er gehört damit zu den ältesten Volksparks Berlins und entstand bewusst als Erholungsraum für die wachsende Arbeiterbevölkerung der Stadt. Heute ist er eine weite, von alten Bäumen gesäumte Landschaft direkt am Ufer der Spree, mit Liegewiesen, Alleen und dem stillen Karpfenteich.
1896 fand hier die Berliner Gewerbeausstellung statt, ein gewaltiges Schaufenster der Industrialisierung, von dem die benachbarte Archenhold-Sternwarte als einziges Bauwerk übrig blieb. Vom Park aus legen Ausflugsschiffe ab, an der Spree reihen sich Cafés und Biergärten, und an warmen Tagen ist die Wiese am Wasser einer der beliebtesten Treffpunkte im Südosten.
Der Park erstreckt sich entlang der Spree zwischen dem S-Bahnhof Treptower Park und der Halbinsel Stralau. Gleich nebenan liegt die Insel der Jugend, über die historische Abteibrücke fußläufig erreichbar. Wer den Park und das Sowjetische Ehrenmal an einem Nachmittag verbindet, bekommt einen guten ersten Eindruck vom Charakter des Bezirks.
5. Müggelturm
© Andreas Steinhoff
Auf dem Kleinen Müggelberg, der höchsten natürlichen Erhebung Berlins, steht der Müggelturm. Der heutige Bau aus dem Jahr 1961 ersetzte einen hölzernen Vorgängerturm, der 1958 einem Brand zum Opfer fiel. Sein nüchterner, kubischer Beton- und Glasbau gilt heute als bemerkenswertes Zeugnis der Ostmoderne und steht unter Denkmalschutz.
126 Stufen führen hinauf zur Aussichtsplattform in rund dreißig Metern Höhe. Von dort reicht der Blick über das geschlossene Waldmeer der Müggelberge hinweg auf den Müggelsee, die Dahme-Seen und an klaren Tagen bis zur Skyline der Innenstadt. Es ist die einzige echte Höhenaussicht im Bezirk und ein lohnendes Ziel am Ende einer Wanderung.
Der Turm liegt mitten im Wald und ist nur zu Fuß oder mit dem Rad zu erreichen, etwa vom Strandbad Müggelsee oder von Friedrichshagen aus über schöne Waldwege. Diese letzte Etappe durch den Forst gehört zum Erlebnis dazu. Im Turmensemble laden ein Café und eine Terrasse zur Rast ein, bevor es wieder bergab zum See geht.
6. Archenhold-Sternwarte
© Toniklemm
Am Rand des Treptower Parks steht die älteste und größte Volkssternwarte Deutschlands. Sie geht auf die Berliner Gewerbeausstellung von 1896 zurück, als der Astronom Friedrich Simon Archenhold ein riesiges Fernrohr aufstellen ließ. Aus dem provisorischen Bau wurde eine dauerhafte Einrichtung, die bis heute der populären Astronomie gewidmet ist.
Ihr Herzstück ist der Große Refraktor: Mit einer Brennweite von 21 Metern ist er das längste bewegliche Linsenfernrohr der Welt und ein technisches Denkmal ersten Ranges. 1915 hielt hier Albert Einstein einen seiner ersten öffentlichen Vorträge zur Relativitätstheorie. Neben dem Refraktor zeigt die Sternwarte Ausstellungen, ein kleines Planetarium und bietet bei klarem Himmel öffentliche Beobachtungsabende.
Die Sternwarte liegt unweit des S-Bahnhofs Plänterwald und ist gut mit dem Treptower Park zu einem Ausflug zu verbinden. Für die Führungen und Beobachtungen empfiehlt sich ein Blick auf das aktuelle Programm, da die Öffnungszeiten an die Veranstaltungen geknüpft sind.
7. Köpenicker Schlossinsel und Altstadt
© Rainer Halama
Köpenick ist eine der ältesten Siedlungen auf Berliner Boden. Schon im frühen Mittelalter stand hier an der Mündung der Dahme in die Spree eine slawische Burg, später ein deutsches Kastell. Aus diesem Kern wuchs die Altstadt, die sich rund um die Schlossinsel bis heute ihren kleinstädtischen Maßstab bewahrt hat: enge Gassen, Kopfsteinpflaster und niedrige Häuser, darunter im benachbarten Kietz die alten Fischerkaten.
Mittelpunkt der Altstadt ist das Rathaus Köpenick, ein wuchtiger Backsteinbau im Stil der norddeutschen Backsteingotik, errichtet zwischen 1901 und 1904. Berühmt wurde es durch den Schuster und Hochstapler Wilhelm Voigt, der 1906 als falscher Hauptmann von Köpenick die Stadtkasse beschlagnahmte, eine Geschichte, die als Komödie um die Welt ging und an jeder Ecke gegenwärtig ist.
Vom S-Bahnhof Köpenick fährt die Tram direkt in die Altstadt. Ein Bummel durch die Gassen, über die Brücke zur Schlossinsel und weiter an die Wasserkante verbindet sich gut mit dem Besuch des Schlosses. Besonders schön ist die Altstadt zur Weihnachtszeit und an Sommerabenden, wenn die Lokale am Wasser ihre Tische herausstellen.
8. Müggelberge
© Andreas Steinhoff
Südlich des Müggelsees zieht sich ein bewaldeter Höhenzug aus eiszeitlichen Ablagerungen hin, die Müggelberge. Mit gut 110 Metern über dem Meeresspiegel bilden sie die höchste natürliche Erhebung Berlins, kein dramatisches Gebirge, aber ein geschlossenes, hügeliges Waldgebiet, das man in der flachen Mark nicht erwartet.
Durch den Forst führt ein dichtes Netz von Wander- und Radwegen, vorbei am idyllischen, moorigen Teufelssee mit seinem kleinen Naturschutzgebiet und dem Lehrkabinett. Wer die Müggelberge durchquert, läuft kilometerweit unter Kiefern und Buchen, ohne ein Haus zu sehen, und kommt fast unweigerlich am Müggelturm vorbei, der den höchsten Punkt krönt.
Die Berge sind nur zu Fuß oder mit dem Rad erschlossen, am besten vom Strandbad Müggelsee oder von Friedrichshagen aus über den Spreetunnel. Im Herbst, wenn sich das Laub färbt und der Wald nach feuchtem Boden riecht, sind die Müggelberge ein lohnendes Ziel für eine ausgedehnte Wanderung.
9. Insel der Jugend
© Ansgar Koreng
Mitten in der Spree, dem Treptower Park vorgelagert, liegt die kleine Insel der Jugend. Sie ist nur rund zwei Hektar groß und wurde zur Berliner Gewerbeausstellung 1896 künstlich vom Festland abgetrennt. Über sie führt die steinerne Abteibrücke aus dem Jahr 1916, eine malerische Bogenbrücke mit einem kleinen Turm, die das Bild der Insel prägt.
Auf der Insel steht ein altes Inselhaus, das heute als Kultur- und Veranstaltungsort dient, mit Café, Open-Air-Bühne und sommerlichem Programm. Unter alten Bäumen finden Konzerte und Filmabende statt, vom Ufer aus lassen sich Boote ausleihen, und der Blick zurück auf den Park und über die Spree macht die Insel zu einem der romantischsten Flecken im Bezirk.
Erreichbar ist die Insel zu Fuß über die Abteibrücke vom Treptower Park aus, nur wenige Minuten vom S-Bahnhof Treptower Park. An lauen Sommerabenden, wenn die Lichterketten brennen und vom Wasser her Kühle aufsteigt, entfaltet der Ort seinen ganzen Charme.
10. Bölschestraße und Spreetunnel in Friedrichshagen
© Angela Monika Arnold (=44Pinguine)
Friedrichshagen wurde 1753 von Friedrich II. als Kolonistendorf gegründet, und seine Hauptachse, die Bölschestraße, hat bis heute etwas Dörfliches im großstädtischen Gewand bewahrt. Über mehr als einen Kilometer reihen sich gründerzeitliche Fassaden, kleine Läden, Cafés und der traditionsreiche Bräustübl-Komplex der ehemaligen Berliner Bürgerbräu aneinander. Eine Doppelreihe alter Maulbeerbäume erinnert an die einstige Seidenraupenzucht der Kolonisten.
Um 1890 wurde Friedrichshagen zum Treffpunkt einer Gruppe von Schriftstellern, die als Friedrichshagener Dichterkreis in die Literaturgeschichte einging. Noch heute hat das Viertel den Ruf eines lebendigen, leicht bohemehaften Ortes, mit unabhängigen Geschäften und einer Lebendigkeit, die viele andere Vororte längst verloren haben.
Am südlichen Ende der Bölschestraße führt der 1927 eröffnete Spreetunnel, eine kuriose Fußgängerunterführung unter dem Wasser hindurch, direkt ans Ufer des Müggelsees. Vom S-Bahnhof Friedrichshagen läufst du die Straße in ihrer ganzen Länge hinunter und stehst nach dem Tunnel unvermittelt am See, ein Übergang von Stadt zu Wasser, wie es ihn in Berlin kaum ein zweites Mal gibt.
11. Regattastrecke Grünau
© Mfranck
Im Südosten des Bezirks, an einem schnurgeraden Abschnitt der Dahme bei Grünau, liegt eine der traditionsreichsten Wassersportstätten Deutschlands. Die Regattastrecke wurde Ende des 19. Jahrhunderts angelegt und 1936 zum Schauplatz der olympischen Ruder- und Kanuwettbewerbe. Aus dieser Zeit stammt auch das markante Bauensemble am Ufer, das den Geist der Dreißigerjahre bewahrt hat.
Bis heute ist Grünau ein Zentrum des Rudersports. Entlang des Ufers reihen sich historische Bootshäuser der Vereine, und an Wettkampftagen füllen sich Wasser und Tribünen mit dem Betrieb eines lebendigen Sportreviers. Auch wer keine Regatta erlebt, spürt an diesem Ort die lange sportliche Geschichte des Reviers.
Erreichbar ist Grünau über den gleichnamigen S-Bahnhof, von dort sind es einige Minuten zu Fuß oder mit der Tram zur Dahme. Ein Spaziergang am Wasser entlang, vorbei an den Bootshäusern und hinüber zum Ausflugslokal, lässt sich gut mit einer Schiffspartie auf den umliegenden Seen verbinden.
12. Rathaus Köpenick
© Andreas Steinhoff
Das Rathaus Köpenick ist der bauliche Höhepunkt der Altstadt. Zwischen 1901 und 1904 errichtet, zeigt es die ganze Wucht der märkischen Backsteingotik: ein hoher, weithin sichtbarer Turm, reich gegliederte Giebel, Staffelfenster und kunstvolles Ziermauerwerk in rotem Klinker. Es ist ein Repräsentationsbau aus der Zeit, als Köpenick noch eine selbstständige Stadt vor den Toren Berlins war.
Berühmt wurde das Haus durch ein Ereignis, das sich kaum zwei Jahre nach der Eröffnung zutrug. 1906 verschaffte sich der arbeitslose Schuster Wilhelm Voigt in einer geborgten Hauptmannsuniform Respekt, kommandierte eine Soldatentruppe, besetzte das Rathaus und ließ die Stadtkasse beschlagnahmen. Der dreiste Streich machte Köpenick weltberühmt und wurde als Der Hauptmann von Köpenick zum Stoff für Carl Zuckmayers Theaterstück. Eine Bronzefigur vor dem Portal erinnert an die Episode.
Das Rathaus liegt mitten in der Altstadt, mit der Tram vom S-Bahnhof Köpenick in wenigen Minuten erreicht. Es ist weiterhin Sitz der Bezirksverwaltung, lässt sich von außen jederzeit bewundern und bildet zusammen mit den umliegenden Gassen ein geschlossenes historisches Bild.
13. Spreepark im Plänterwald
© Line273
Am Rand des Plänterwalds, zwischen Treptower Park und Köpenick, liegt der wohl ungewöhnlichste Ort des Bezirks. 1969 als Kulturpark Plänterwald eröffnet, war er der einzige ständige Vergnügungspark der DDR. Nach der Wende wurde er als Spreepark weitergeführt, geriet jedoch in den Ruin und stand jahrelang verlassen. Das stillgelegte Riesenrad, das sich im Wind manchmal noch leise dreht, wurde zum legendären Symbol dieses Verfalls.
Inzwischen hat das Land Berlin das Gelände übernommen und gestaltet es Schritt für Schritt zu einem neuen Kunst- und Kulturpark um, der die Erinnerung an die Vergnügungsgeschichte mit Natur, Kunst und Veranstaltungen verbindet. Schon jetzt lässt sich der besondere Reiz des Ortes auf geführten Touren erleben, die durch die wiedererwachende Anlage führen.
Der Spreepark liegt im Plänterwald, am bequemsten vom S-Bahnhof Plänterwald über den Uferweg an der Spree zu erreichen. Wegen der laufenden Umgestaltung ist das Gelände nur im Rahmen von angemeldeten Führungen und Veranstaltungen zugänglich, ein Blick auf das aktuelle Programm lohnt sich daher vor dem Besuch.
- Gosener Wiesen und Müggelheim: Ganz im Osten, jenseits des Müggelsees, liegt das stille Dorf Müggelheim und dahinter das weite Naturschutzgebiet der Gosener Wiesen, eine Auenlandschaft aus Wassergräben, Schilf und Bruchwald. Hier brüten seltene Vögel, und auf den Deichwegen begegnet man kaum einem Menschen. Wer Berlin einmal ganz ohne Stadt erleben will, ist hier richtig.
- Teufelssee und Lehrkabinett: Mitten in den Müggelbergen versteckt sich der kleine, moorige Teufelssee. Ein Bohlensteg führt durch das Hochmoor an seinem Rand, und das benachbarte Naturschutz-Lehrkabinett erklärt die Tier- und Pflanzenwelt des Gebiets. Ein kurzer, lohnender Abstecher auf dem Weg zum Müggelturm, der erstaunlich abgelegen wirkt für eine Stadt von Millionen.
- Mellowpark und Wuhlheide: Im Volkspark Wuhlheide, einem weitläufigen Waldpark in Oberschöneweide, liegen die große Freilichtbühne Kindl-Bühne Wuhlheide und der Mellowpark, eine der größten Anlagen für Skateboard, BMX und Klettern in Europa. Ein junger, lebendiger Kontrast zu den historischen Sehenswürdigkeiten, mitten im Grünen und bei jedem Wetter belebt.
Treptow-Köpenick lässt sich nicht an einem Tag erfassen, dafür ist der Bezirk zu groß und zu vielfältig. Wer das Sowjetische Ehrenmal, das Schloss und den Müggelsee gesehen hat, kennt seine drei großen Gesichter: das monumentale, das höfische und das wasserreiche. Doch zwischen diesen Polen liegt noch viel mehr, von den stillen Dörfern im Osten bis zu den Bootshäusern an der Dahme.
Am schönsten erschließt sich der Südosten zu Fuß, mit dem Rad oder vom Wasser aus. Nimm dir Zeit, kombiniere ein Denkmal mit einem Spaziergang am See, und du wirst verstehen, warum viele Berliner diesen grünen Winkel ihrer Stadt für den lebenswertesten halten.